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Band 17 20,00 EUR
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Band 17

Stéphane Voell

Das nordalbanische Gewohnheitsrecht und seine mündliche Dimension

Der Kaffee ist der Stempelt, sagte ein Mann aus Nordalbanien. Damit wollte er ausdrücken, dass unterschriebene Dokumente im heutigen Nordalbanien nicht viel bedeuten. Im Gewohnheitsrecht >Kanun< stehen Worte und Gesten am Ende eines Kompromisses, keine Verträge. Dieser performative Charakter des Kanuns wird in diesem Buch beschrieben: Der Autor sucht nach den sozio-ökonomischen und ideologischen Grundlagen des Kanuns und diskutiert dessen Beständigkeit im heutigen demokratischen Albanien.

Nach dem Zerfall des sozialistischen Einparteienstaats in Albanien 1991 etablierten sich demokratische Prinzipien nur zögerlich im Land. Eine reaktualisierte Form des traditionellen mündlichen Rechts >Kanun< trat besonders in Nordalbanien an die Stelle fehlender staatlicher Strukturen und bestimmt noch heute weite Bereiche des sozialen Lebens. In der vorliegenden Arbeit wird der Kanun als Habitus beschrieben und damit die Beständigkeit des lokalen Rechts über den Sozialismus hinaus in das demokratische Albanien diskutiert. Eine besondere Charakteristik des Kanuns liegt in der mündlichen Dimension seiner Praxis. Der Autor bezieht die abstrakte ethnologische Perspektive >Mündlichkeit< auf die spezifische ethnographische Realität des Kanuns.

2004, 365 Seiten, ISBN 3-8185-0395-8



Diesen Artikel haben wir am Freitag, 01. August 2008 in unseren Katalog aufgenommen.
   
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