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Band 18 19,00 EUR
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Art.Nr.: Cur18
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Band 18

Andreas F. Kowalski

Tu és quem sabe - Du bist derjenige, der es weiß

Das kulturspezifische Verständnis der Canela von Indianerhilfe. Ein ethnographisches Beispiel aus dem indianischen Nordost-Brasilien

Vom Wissenschaftler zum Anwalt und Helfer wurde schon so mancher Ethnologe, wenn er sich auf Feldforschung begeben und sich dort auch mit den Gegenwartsproblemen der von ihm Erforschten befasst hat. Von der weniger bekannten Fortsetzung dieses Weges, der Rückverwandlung des Helfers in einen Feld und Schreibtischforscher, handelt neben anderem dieses Buch. Hauptsächlich aber geht es dem Autor darum, von den brasilianischen Canela-Indianern zu berichten, und von seinen Erkenntnissen darüber, weshalb für viele Canela nichtindianische Helfer, die angeben, besser als die Indianer selbst zu wissen, wie Gegenwartsprobleme gelöst werden können, keine Gefahr für die kulturelle Eigenständigkeit darstellen und willkommenere Gäste sind, als diejenigen, die die größere Problemlösungskompetenz von vornherein auf Seiten der Indianer vermuten.

Ein Ethnologe, der zum Helfer oder Anwalt der Menschen wird, deren Kultur, ethnische Identität oder Ethnizität er zuvor studiert hat, ist ein häufiger anzutreffender Fall als der umgekehrte Weg, die Verwandlung vom sogenannten Experten zum Ethnologen während der Arbeit in der humanitären Hilfe oder in einem Entwicklungsprojekt. Der Autor des vorliegenden Buches arbeitete in den 1990er Jahren für längere Zeit als Projektkoordinator in einem Hilfsprogramm für die zur Gê-Sprachfamilie gehörenden Canela- Indianer in Nordostbrasilien. Er begann seine ethnologische Feldforschung über das »spezifische Verständnis der Canela von Entwicklungszusammenarbeit« mit der Erfahrung, dass im Kontext des interkulturellen humanitären Kontaktes verbale Kommunikation nicht direkt zum Verständnis kultureller Unterschiede führen muss. Der ethnologische – und schwierigere – Weg einer Verständnissuche, die Kombination von Dialogen, Beobachtungen, Auswertungen von Dokumenten und theoretischen Erkenntnissen der Wissenschaft, führt nicht mit Garantie zu einem besseren Verstehen kultureller Gegebenheiten, doch liefert er die ›dichtere Beschreibung‹ der vorgefundenen Situation, auch wenn es dabei – und dies zu zeigen ist eine der Absichten der vorliegenden Studie – immer nur um ein partielles, einem Flickenteppich vergleichbares Verständnis einer fremden Kultur gehen kann.

2004, 253 Seiten, ISBN 3-8185-0396-6



Diesen Artikel haben wir am Freitag, 01. August 2008 in unseren Katalog aufgenommen.
   
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